Investitionen in neuen Prüfstand «Jungfrau»

Turbolader von ABB: Im Binnenland Schweiz entwickelt, auf den Weltmeeren zuhause
Heute fährt jedes dritte Schiff auf den sieben Weltmeeren mit einem Turbolader von ABB – entwickelt und grösstenteils gefertigt im Binnenland Schweiz. Seit nunmehr 90 Jahren produziert ABB in Baden Turbolader und entwickelt Innovationen zur weiteren Steigerung der Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz von grossen Diesel- und Gasmotoren. In die zweite Generation der zweistufigen Turbolader setzt ABB Turbo Systems grosse Hoffnungen. Zum Testen der gewaltigen Aufladesysteme für grosse Motoren wurde in Baden der Prüfstand «Jungfrau» realisiert. «Die jüngsten Investitionen von rund 13 Millionen Franken in Zusammenhang mit dem neuen Prüfstand unterstreichen die Bedeutung des Standortes Baden für ABB Turbo Systems und den Glauben an den Wirtschaftsstandort Schweiz», so Remo Lütolf, Country Manager ABB Schweiz.

Doppelte Leistungsfähigkeit einer Lok
In Baden-Nord wurde das Berner Oberländer Trio komplettiert: Nach den Prüfständen «Eiger» und «Mönch» kann nun auch der Prüfstand «Jungfrau» in Betrieb genommen werden. Er beeindruckt mit enormen Leistungsdaten: Bis zu 17 bar Druck können am Turbineneintritt des zu testenden Aufladesystems aufgebaut werden. Dafür sorgt eine Brennkammer mit Abgastemperaturen von bis zu 750 Grad Celsius und einer thermischen Leistung von 13 Megawatt. Zum Vergleich: Das entspricht mehr als der doppelten Leistungsfähigkeit einer Lok 2000.

Neuer Schub für den Markt dank Power 2
«Diese Dimensionierung ist nötig, um die zweite Generation der zweistufigen Aufladesysteme bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit testen zu können», erklärt Janpeter Kühnel, Leiter Turboladertests. In diesem von ABB entwickelten und «Power2» genannten Konzept sind zwei Turbolader verschiedener, exakt aufeinander abgestimmter Grössen in Serie angeordnet. Dieses System versorgt den Motor weit druckvoller mit Luft als einstufige Turbolader, was die Effizienz der
Treibstoffverbrennung erhöht und den Ausstoss an Schadstoffen deutlich verringert. Eindrucksvoll sind nicht nur die Dimensionen des Teststandes selbst, sondern auch die zahlreichen Hilfssysteme. Sie regeln den Brennstoff, die Zerstäuberluft für die Verbrennung, das Kühl- und Waschwasser sowie das Schmieröl für die Turbolader in den richtigen Mengen und Zuständen, nebst der zuverlässigen Stromversorgung für all diese Aggregate. Mit dem regelbaren Brennkammerkonzept und den zahlreichen Klappen im raffiniert konzipierten Rohrleitungssystem für die Heissluft können
unterschiedlichste Lastzustände generiert werden. Das ist für die umfassende Qualifikation in den Grenzbereichen der breit eingesetzten Turbolader erforderlich. «Ohne die ‹Jungfrau› könnten wir unsere Power2-Reihe nicht weiterentwickeln. Was in der «Jungfrau» reift, wird im Markt für neuen Schub sorgen» hält Urs Gribi, Geschäftsführer ABB Turbo Systems AG, abschliessend fest.

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