ABB steigert mit digitalen Lösungen die Produktivität der Marineindustrie

Papenburg, 23. August 2017 - Vernetzung von Daten und Schiffen sorgt für mehr Sicherheit
Die Digitalisierung findet mehr und mehr Eingang in alle Industrien – so auch in die Schifffahrt. ABB begleitet ihre Kunden dabei und hat mit ABB Ability ihr Angebot an digitalen Lösungen und Dienstleistungen über alle Branchen hinweg gebündelt. Lösungen aus dem ABB Ability-Portfolio helfen, Daten aus digitalen Produkten und Systemen auszuwerten und aus den gewonnenen Informationen konkrete Handlungen abzuleiten. Damit werden etwa Wartungskosten gesenkt, die Lebensdauer von Anlagen verlängert, operative Abläufe effizienter gestaltet, Umweltauswirkungen reduziert und die Arbeitssicherheit verbessert.

Das Digitalangebot bietet zahlreiche, speziell auf die Bedürfnisse der Marineindustrie zugeschnittene Software-Pakete und digitale Services an, etwa für die Fern- oder zustandsbezogene Wartung sowie für Kursoptimierungen von Fracht- oder Passagierschiffen. Optimiertes Flottenmanagement zur Reduzierung von Treibstoffverbrauch und Wartungskosten bei gleichzeitiger Erhöhung der Produktivität und Sicherheit von Passagieren, Besatzungen und Fracht stehen in dieser Branche im Vordergrund. Steigende Beachtung finden auch – ähnlich wie im Straßenverkehr – moderne Lösungen für die E-Mobilität auf hoher See. Elektrisch betriebene Fähren sind bereits Realität, Hybrid-Antriebe für Passagierschiffe erobern schon seit vielen Jahren die Weltmeere.

Eigner und Betreiber von Hochseeschiffen aller Art entdecken zunehmend die Vorteile der Digitalisierung und der Vernetzung von Systemen und Informationen. Die verbesserten satellitengestützten Überwachungsmöglichkeiten von Schiffen auf den Weltmeeren und das „Cloud Computing” versetzen Zulieferer wie ABB in die Lage, den Reedereien rund um den Globus nicht nur bewährte elektrische und automatisierungstechnische Komponenten und Systeme – wie etwa die bewährten Azipod-Antriebe samt Umrichter und Schaltschränken sowie das Leitsystem ABB Ability 800xA und zahlreiche industrieerprobte und zertifizierte Instrumente – anzubieten. Darüber hinaus stehen heute dank moderner Datenübertragungs- und Analysesysteme cloudbasierte Lösungen zur Verfügung, die ein enormes Potenzial zur Kosteneinsparungen und/oder Leistungssteigerungen einzelner Schiffe oder gar ganzer Flotten bieten.

Zur weltweiten, lückenlosen Kontrolle von Schiffen betreibt ABB weltweit sieben so genannte Collaboration Operation Center, die den Kunden nicht nur in Notfällen, sondern im alltäglichen Betrieb in die Lage versetzt, z.B. vorausschauende Wartungen zu planen und allgemein den Betrieb der Schiffe zu optimieren. Ganze Flotten können so rund um den Globus über die „Collaboration Center” Tag und Nacht vernetzt und koordiniert werden. Sowohl die Eigner als auch die Service-Bereiche von ABB greifen online auf gleiche Informationen zu. Zurzeit überwacht ABB auf diese Art und Weise fast 1000 Schiffe weltweit, womit ABB führend ist auf dem Weltmarkt. Vom Schiffsantrieb bis zur Brücke kombiniert ABB aufbauend auf ihren jahrzehntelangen Erfahrungen im Marinesektor traditionelle Technologien mit den Industrie 4.0-Lösungen von morgen.

„Collaborative Operations” lautet das Stichwort, unter dem ABB alle ihre digitalen Marine-Services zusammenfasst. Daten aus allen Bereichen werden gesammelt und in nutzbare Informationen umgesetzt. Dazu gehören unter anderem Daten aus den Bereichen Navigation, Wetter, Wellengang, Treibstoff, Antriebssystem aus Umrichter und Azipod. Das Automatisierungssystem ABB Ability 800xA sammelt große Mengen an Daten aus dem ganzen Schiff und nutzt die daraus gewonnenen Informationen zum dynamischen Trim von Fracht- und Passagierschiffen, zur Leistungsüberwachung und Optimierung der Stromerzeugungsanlagen, zu Kurs- und Geschwindigkeitsvorgaben mit dem Ziel, Treibstoffverbräuche zu verringern und – bei Passagierschiffen – den Komfort für die Reisenden durch verringerte Schiffsbewegungen zu steigern. Versicherungen verlangen heutzutage von Frachtschiffreedern fallweise den Einsatz von Routenplanungssoftware unter Berücksichtigung von weitreichenden Wetter- und Wellendaten nicht nur für die vom Treibstoffverbrauch her günstigste, sondern unter Berücksichtigung von Wind und Strömung sicherste Route von A nach B. Ein anderes System errechnet den Einfluss der Wassertiefe in Küstennähe und im Tidenbereich auf den Strömungswiderstand des Schiffes und damit auf die optimale Geschwindigkeit beim Einlaufen in Häfen. Bis zu 5 % Treibstoff lassen sich durch solche Bewegungsvorhersagen und Leistungs- und Antriebsoptimierung einsparen. Fernwartung und vorausschauende Wartung verringert die Anzahl der in Bereitschaft befindlichen Service-Ingenieure um bis zu 70 % und die Wartungskosten um bis zu 50 %.

Ein weiterer Trend im Bereich der Marineindustrie ist die vom Straßenverkehr bereits bekannte E-Mobility. Im Grunde sind seit vielen Jahren dieselelektrische Antriebe nicht nur bei Kreuzfahrtschiffen das Antriebssystem der Wahl. Dabei laufen je nach Bedarf mehrere Verbrennungsmotoren unter optimalen Konstant-Bedingungen (Drehzahl, Last) und erzeugen über Generatoren Strom, der nicht nur für Beleuchtung, zum Kochen oder zur Klimatisierung an Bord verwendet wird, sondern auch die elektrischen Antriebsmotoren – heute meist in Form der von ABB erstmals Ende der 80er Jahre eingeführten Azipod-Antriebe. Dieses im Automobilbau auch Hybrid-Technologie genannte Verfahren ist auf hoher See seit Jahrzehnten Standard.

Schon seit geraumer Zeit dürfen große Kreuzfahrtschiffe in zahlreichen Häfen und in Küstennähe nicht mehr mit Schweröl betriebene Motoren zur Stromerzeugung oder zu Antriebszwecken einsetzen. In Häfen werden dazu elektrische Landanschlüsse installiert, die „sauberen” Strom in die Schiffe einspeisen. Aber in zunehmendem Maße kommen auch rein elektrisch betriebene Schiffe – vornehmlich Fähren – zum Einsatz. So rüstete ABB die Fähre „Tycho Brahe”, die auf der Ostsee zwischen Dänemark und Schweden pendelt, mit einem elektrischen Gleichstrom-Bordnetz und entsprechenden Energiespeichern aus. Ein ABB-Roboter wird voraussichtlich noch in diesem Jahr für die automatische und schnelle Ankoppelung der einlaufenden Fähre an eine Ladestation sorgen. Während des Frachtentlade-/ladevorgangs wird ausreichend Strom in die Akkumulatoren gespeist, der anschließend die Rückfahrt erlaubt. Auf dem norwegischen Näroyfjord (Unesco-Naturerbe) fährt seit gut einem Jahr ein elektrisch betriebenes Ausflugsschiff. Die Dieselantriebe werden erst nach dem Verlassen des Fjords zu Antriebs- und Ladezwecken angeworfen. Großes Potenzial in punkto E-Mobility haben auch zahlreiche Spezialschiffe, etwa Versorgungsschiffe von Bohrinseln oder Zulieferschiffe von Aquafarmen.


Über ABB Deutschland
ABB in Deutschland erzielte im Jahr 2016 einen Umsatz von 3,28 Milliarden Euro und beschäftigt 10.540 Mitarbeiter. ABB ist weltweit führend in der Energie- und Automatisierungstechnik. Das Unternehmen ermöglicht seinen Kunden in den Bereichen Energieversorgung, Industrie und Transport & Infrastruktur ihre Leistung zu verbessern und gleichzeitig die Umweltbelastung zu reduzieren. Die Unternehmen der ABB-Gruppe sind in rund 100 Ländern tätig und beschäftigen weltweit etwa 132.000 Mitarbeiter.
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