Blindleistungskompensation RWE Hambach

2014-04-03 - Die RWE Power AG ist Betreiber des Braunkohletagebaus Hambach, mit einer Tiefe von derzeit ca. 380m der tiefste Tagebau in Deutschland.
Anfang 2011 erhielt ABB den Auftrag neben der 30kV-Hauptschaltanlage Hambach (Calor Emag ZW4) eine Blindleistungskompensationsanlage in Freiluftausführung aufzubauen und anzuschließen. Mit Hilfe dieser Anlage beabsichtigte RWE Power den Blindleistungsbezug in Abhängigkeit der Belastung durch die Endabnehmer des Tagebaus – vor allem Schaufelradbagger und Bandanlagen zur Gewinnung und zum Abtransport des Abraums und der Braunkohle - dynamisch zu optimieren und dadurch die Netzentgelte effektiv zu senken.

Auf der 30-kV-Spannungsebene wurden zu diesem Zweck 16 diskrete verdrosselte Kondensatorstufen der Firma Kondensator Dominit mit einer Gesamt-Kompensationsleistung bei 50Hz von 120 MVar geliefert. Da die bisher vorhandenen ölarmen Leistungsschalter keine kapazitiven Lasten schalten konnten, wurden sie durch moderne HD4 SF6-Leistungsschalter ersetzt. Für den Schutz und die Steuerung der Kondensator- und Einspeise-Schaltfelder wurden 26 numerische Kombi-Feldgeräte REF630 in die Zellen der HSA Hambach eingebaut.

Für den komplexen Regelalgorithmus und die Bediener-Schnittstelle wurde das MicroSCADA Pro-System mit insgesamt drei Bedienplätzen – ein Industrie-Touchpanel und zwei ausgelagerte Bedien-PCs – eingesetzt. Der mit der MicroSCADA-Programmiersprache SCIL entwickelte Kompensationsalgorithmus ermittelt permanent den aktuellen Blindleistungsbezug und schaltet je nach Bedarf Kondensatorstufen zu beziehungsweise ab.
Die Kommunikation der Schutz- und Steuergeräte mit dem MicroSCADA Pro-Server erfolgt gemäß dem Standard IEC 61850.

In nur 26 Wochen konnte der Umbau mit ABB Produkten für Schutz, Steuerung und Blindleistungskompensation realisiert werden. Bei der Sekundärtechnik erfolgte dieser sogar im laufenden Betrieb.

Mit Hilfe von Parametern und durch die dynamische Blindleistungskompensation, welche durch den Bediener optimiert werden kann, konnten der Blindleistungsbezug und folglich auch die Bezugskosten des Braunkohletagebaus Hambach nachweislich in der von RWE Power angestrebten Höhe reduziert werden.

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