Umspannwerke als guter Nachbar - DUPLICATE

2014-03-05 - Umspannwerke müssen zunehmend auch in Stadtgebieten errichtet werden. Damit spielen deren Abmessungen, Lärmpegel und Ästhetik eine wichtigere Rolle. In Finnland hat ABB ein Umspannwerk in einem Wohngebiet mit nur acht Metern Abstand zum nächsten Wohnhaus realisiert.
Nach Risto Harjanne, Geschäftsführer der in der Region von Helsinki tätigen Helen Electricity Network Ltd., ist es schwierig, in dicht besiedelten Stadtgebieten Platz für neue Umspannwerke zu finden, auch wenn kompakte gasisolierte Schaltanlagen (GIS) dafür zur Norm geworden sind. "In Innenstädten ist der Raum so knapp, dass die Umspannwerke unterirdisch angelegt werden oder in der Nähe von Wohngebieten installiert werden müssen."


Unscheinbar: Ein Umspannwerk von ABB, das sich in einer Wohngegend in Helsinki perfekt an die Umgebung anpasst.

Reduktion des Geräuschpegels
Das neue 110/10,5-Kilovolt-Umspannwerk in Lauttasaari, einem boomenden Wohn- und Geschäftsquartier in der finnischen Hauptstadt Helsinki, ist das erste in dieser Gegend. Es wurde in nächster Nähe zu Wohnungen errichtet und musste mit besonders leisen, verlustarmen Komponenten ausgerüstet werden. Zur Reduktion des Geräuschpegels wurden die Transformatoren in geschlossenen Räumen installiert.

Um Lärmemissionen durch ständig schnell drehende Ventilatoren zu minimieren, wird deren Geschwindigkeit durch einen Umrichter kontrolliert, angepasst an Last und Außentemperatur. Das reduziert auch die Energieverluste im Kühlsystem. Mit diesem regulierbaren Kühlsystem können zudem Temperaturschwankungen im Transformator reduziert werden. Somit sammelt sich weniger Feuchtigkeit an, und die Alterung der Isolation wird verlangsamt. Damit verlängert sich die technische Lebensdauer.

Gesamte Lebensdauer berücksichtigen

Umspannwerke in Städten müssen so gestaltet sein, dass sie sich in ihre Umgebung einfügen und möglichst wenig Beeinträchtigungen verursachen. Dabei gilt es, auch Störungen durch das elektromagnetische Feld sowie durch Bau- und Erdarbeiten zu minimieren. "Es ist wichtig, dass sich Umspannwerke nachhaltig in die Stadtlandschaft einfügen", erklärt Harjanne. "Sie müssen sowohl von den Behörden wie von den Anwohnern akzeptiert werden. Wir berücksichtigen die gesamte Lebensdauer des Umspannwerks in der Planung, vor allem die Art der Instandhaltung und mögliche künftige Erweiterungsanforderungen." Das Umspannwerk in Lauttasaari wurde im September 2013 in Betrieb genommen